Sulitjelma in Norwegen – bald geht es los mit unserer Skitour

Nach 2.951 Kilometern Autofahrt sind wir nun angekommen – im fernen Sulitjelma in Nordnorwegen. Die letzten 3 Kilometer auf einer 10-15cm dick vereisten Piste hoch zum Turistcenter haben uns mehr Nerven gekostet, als die 4 Tage Fahrt davor. Wir waren dankbar über unsere Fahrzeug-Höherlegung und die dicken 18-Zoll-Winterreifen von ORC Exklusiv – ohne wären wir aufgesessen und vermutlich auch richtig nachhaltig steckengeblieben. Die letzten 3 Kilometer waren eine einzige Eispiste bei 10-15% Steigung mit 10cm tiefen Spurrillen…

Aber es hat sich gelohnt, unseren 3,5 Tonner hier hoch zu bewegen, nun stehen wir zwischen lauter Geländewägen norwegischer Dauercamper auf einem malerisch-schönen Campingplatz. Vom Bus aus sehen wir das tief verschneite Hochland um uns herum und entspannen uns erst einmal ein wenig. Vor der Abfahrt war es doch arg stressig, die Ruhe hier tut uns da richtig gut!

Dusche mal anders – der Sprung ins kalte Wasser.

 

Nach 3 Reisetagen ohne Dusche haben wir uns in einen der wenigen, nicht zugefrorenen Seen getraut. Es war seeeehr kalt. 3 Grad Außentemperatur und ein eiskalter Wind. Aber wir waren drinnen :). Und danach sauber. Bisher haben wir kein Wasser in unserem Camper, da wir ihn demnächst mal drei Wochen ohne Heizung parken werden, und der Frost uns dann alle Leitungen sprengen würde. Bis dahin heißt es kalt duschen in Bächen und Seen – ist aber eh das Beste was es gibt, man fühlt sich so unglaublich gut danach! Es kostet nur VIEL Überwindung hineinzugehen …

Die höchste Tesla-Dichte in Europa?

Soviele Tesla-Fahrzeuge wie an einem Tag in Norwegen sieht man in Deutschland nicht einmal in einem Jahr. Es gibt sogar Tankstellen, an denen dann 5-10 Ladebuchten für Tesla-Fahrzeuge eingerichtet sind! Da kommen wir uns mit unserem Diesel-hungrigen Camper ganz altmodisch vor…

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Kaffeepause am Polarkreis

Auf der E6, der Straße, die Norwegen einmal von Süden nach Norden durchzieht und die nur an einer Stelle von einer Fährverbindung unterbrochen wird, fahren wir 3 Tage lang nordwärts. Man stellt sich eine große Autobahn vor, es handelt sich aber ab Steinkjier um eine malerische, kleine Landstrasse ohne Mittelstreifen. Meistens fährt man nicht schneller als 70 km/h, wegen der Kurven und der vielen Ausblicke links und rechts der Straße.

Sobald wir in die Berge hineinfahren, liegt links und rechts der Straße endlose verschneite Weite vor uns. Uns jucken schon die Füße – bald werden wir durch solche Landschaft wochenlang mit den Skiern laufen.

 

Polarkreis-Überquerung

Immer weiter wird die Landschaft, immer dramatischer die Berge in der Ferne. Begleitet durch ein Hörspiel ist uns die lange Fahrstrecke des heutigen Tages wie im Fluge vergangen. Nun stehen wir am Polarkreis und haben noch 250 km Fahrstrecke vor uns, bis wir Sulitjelma erreichen.

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Angekommen in Sulitjelma, am Turistcenter hoch oben in den Bergen

Unser Ziel für die ersten Wochen ist der Campingplatz in Sulitjelma. Von Fauske aus fahren wir durch 3 lange Tunnel (jeder um 3 km!) Richtung Sulitjelma, vor 20 Jahren noch ein richtiger Bergbauort. Heute zieren überwachsene Industrieruinen die Straße im unteren Teil des Tales. Nach oben wird die Straße immer enger, zum Schluss auf den letzten Kilometern zittern wir, ob wir überhaupt hochkommen… Aber mit Mühe und Not bewegen wir unseren großen Camping-Bus die Straße hinauf und werden sehr gastfreundlich empfangen.

Wir ruhen uns erst einmal einen Tag aus, am Abend fragt uns Anders Hansen, einer der Gastgeber hier, ob wir Lust haben ihn auf eine Schneemobiltour zu begleiten. Die abendliche Fahrt hoch in die Berge ist wahnsinnig schön und wir kommen sogar mal selbst in den Genuß, uns ans Steuer setzen zu dürfen. Hier oben im Norden spielen Schneemobile eine Rolle, wie es bei uns der PKW tut – es werden damit Lasten zu Hütten transportiert, die Rentier-Hirten nutzen die Scooter als Fortbewegungsmittel und man fährt auch einmal gerne so eine Runde zur Entspannung oder zum Fischen in die Berge. Die Menschen hier sind wahnsinnig entspannt, davon kann man nur lernen, wenn man aus der Stadt hierher kommt.

 

Heute haben wir den ganzen Tag mit Packen verbracht, morgen geht es los auf Skiern Richtung Abisko. Wir freuen uns sehr auf diese Tour, sind aber auch sehr sehr aufgeregt.

Liebe Grüße,

Daniel und Kathrin

 

About Daniel Amersdorffer

Daniel wurde 1983 geboren und startete mit 13 Jahren seine erste Radtour über die Alpen. Bis heute empfindet er das größte Glück, wenn er sportlich in der Natur unterwegs ist - auf dem Mountainbike, zu Fuß, mit dem Kajak, mit Skiern (und Pulka), im Zelt oder auf einsamen Gebirgshütten im Fjell. Wind, Schnee und rauhe Landschaften sind für ihn die drei Zutaten für einen gelungenen Urlaub.

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