Meine positiven Erfahrungen mit der Fritschi Vipec Tourenbindung

Jeder Tourengeher kennt das – der Kauf neuer Tourenski hat etwas von Blindflug. Man kauft einen Ski und erst nach dem Kauf wird man beurteilen können, ob man eine gute Entscheidung getroffen hat. Bei der Bindung war das jahrelang recht einfach. Wer seine Grundsatzentscheidung pro oder contra Pin-Bindung getroffen hatte, griff entweder zur Fritschi Diamir Rahmenbindung oder zur Dynafit Pin-Bindung.

Heute ist das deutlich komplizierter geworden: es gibt mittlerweile Pin-Bindungen von diversen Anbietern. Das Argument der besseren Auslösung bei Rahmenbindungen ist ebenfalls nicht mehr entscheidend, denn Fritschi baut eine Pin-Bindung mit frontaler Auslösung – die Vipec.

Fritschi Vipec Tourenbindung auf Salomon Q-Lab 98 Freeride-Ski
Die Fritschi Vipec Tourenbindung auf meinemSalomon Q-Lab 98 Freeride-Ski hat sich sehr bewährt.

Vor einigen Monaten habe ich mir neue Tourenskier zugelegt, und stand vor der gleichen Entscheidung: welche Bindung soll es werden. Ich habe mich für die Fritschi Vipec entschieden – und muss sagen, diese Bindung ist super. Sie wird zwar von meinen Freunden als Plastikpanzer belächelt, aber ich habe damit bisher keinerlei Probleme gehabt. Warum genau bin ich so überzeugt von dieser Bindung?

Ich kann die Erfahrungen eines Winters mit der Fritschi Vipec Tourenbindung ganz klar auf folgende fünf Punkte verdichten:

  1. Absolut sichere Frontalauslösung zur Vermeidung eines Kreuzbandrisses: die Bindung hat nur dann ausgelöst, wenn sie sollte und das äußerst zuverlässig. Ich wiege mit Airbagrucksack rund 74 KG, fahre sehr gut und teils auch recht aggressiv Ski – dennoch hat mir ein Z-Wert zwischen 6,5 und 7 vollkommen gereicht.
  2. Sehr guter Kraftschluss zwischen Skischuh und Bindung zur optimalen Kraftübertragung. Ich spüre hier keinerlei Unterschied zur Marker Duke Bindung auf meinen alten Freeride-Latten. Die Bindung hat mir in jedem Gelände bis hin zum fiesesten Bruchharsch immer präzise Skikontrolle ermöglicht.
  3. Maximaler Gehkomfort und geringes Gewicht: die Bindung ist dank Leichtbauweise wahnsinnig stabil und leicht zugleich. Sie wird wegen des vielen Plastiks oft belächelt, aber ich habe sie bislang nicht kleingekriegt. Und geschont habe ich die Bindung wirklich nicht. Einzige Einschränkung: ich würde sie nur tendenziell leichten Menschen empfehlen, ich kann mir vorstellen dass es ab einem Gewicht von 90 KG problematisch werden kann.
  4. Gutes Handling und keine Kinderkrankheiten: die Bindung ist easy zu bedienen, das Einsteigen braucht Übung, klappt dann aber super, speziell wenn man erst einen Pin einhakt und den Schuh dann mit dem 2. Loch zum 2. Pin dreht und hinabdrückt. Die Steighilfe funktioniert super und lässt sich gut bedienen (Stockteller sollte aber nicht zu weich sein, Tiefschneeteller mit Leder gehen nicht gut).
  5. Alle Tücken des vorherigen Modells sind aufgehoben soweit ich das beurteilen kann. Was ich echt lässig finde, ist dass man im Laufen von Abfahrt auf Gehfunktion umschalten kann. Das ist meines Wissens bei anderen Pin-Bindungen nicht möglich. Im Abstieg wenn man lange Stücke schieben muss oder man einen Gegenanstieg hoch watschelt, kann das sehr angenehm sein.

Ergo: ich bin echt sehr zufrieden und froh mich nicht für die schwerere Kingpin oder die neue Dynafit mit dem überaus fummeligen Drehgelenk entschieden zu haben :).

About Daniel Amersdorffer

Daniel wurde 1983 geboren und startete mit 13 Jahren seine erste Radtour über die Alpen. Bis heute empfindet er das größte Glück, wenn er sportlich in der Natur unterwegs ist - auf dem Mountainbike, zu Fuß, mit dem Kajak, mit Skiern (und Pulka), im Zelt oder auf einsamen Gebirgshütten im Fjell. Wind, Schnee und rauhe Landschaften sind für ihn die drei Zutaten für einen gelungenen Urlaub.

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