Die ersten Erfahrungen mit dem Hilleberg Kaitum 2 – ein Mini-Zelttest im Winter

Was macht man wenn der Schnee auf sich warten lässt? Man noch keine Skitouren gehen kann? Es auf Dauer in der Hütte langweilig wird? Man läuft auf den nächsten Berggipfel und testet sein neues, noch nie benutztes Zelt. In unserem Fall ein Hilleberg Kaitum 2 – und das Exped Orion Extreme 3 von einem Freund, der uns begleitet. Das Hilleberg Kaitum 2 stellt uns unser Partner Bergfreunde.de zur Verfügung – herzlichen Dank dafür an dieser Stelle!

Nachts mit Stirnlampe und Tourenskiern zum Zelttest…

Nächtlicher Skitouren Aufstieg mit Stirnlampe
Nächtlicher Aufstieg zum Mini-Zelttest im Winter. Mal sehen was das Hilleberg Kaitum 2 im Winter kann…

Um acht Uhr abends starten wir an der Hütte und laufen mit Tourenskiern bergan. Unser Marsch bergauf wird vom idyllischen Geräusch der Schneekanonen begleitet 😉 – der echte Schnee lässt seit Tagen auf sich warten. Im Schein der Stirnlampen und mit einem genialen Blick auf den Sternenhimmel und die umliegenden Täler steigen wir etwa eine Stunde auf. Gegen 21 Uhr erreichen wir den Gipfel des Hütten-Hausbergs – den Plattenkogel. Leider erlaubt die schlechte Schneelage noch keine Skitour ohne Skipiste. Deshalb müssen wir uns wohl oder übel mit einem von Liften und Bergstationen verzierten Gipfel begnügen. Auf der vom Skigebiet abgewandten Seite finden wir aber ein schönes Plätzchen für die beiden Zelte: ein Hilleberg Kaitum 2 und ein Exped Orion Extreme 3.

Der Aufbau am verschneiten Gipfel gelingt mühelos…

Hilleberg Kaitum 2 im Winter - Aufbau
Selbst im dunklen und mit Touren-Skischuhen gelingt der Aufbau des Hilleberg Kaitum 2 kinderleicht. Einzig die Heringe in den gefrorenen Boden zu bekommen, ist nicht so einfach…

Kurze Zeit später stehen die beiden Zelte. Der Aufbau des Kaitum geht wirklich leicht von der Hand. Zuerst breitet man das Zelt der Länge nach am Boden aus (inklusive des eingehängten Footprints) und fixiert es mit einem Hering. Dann werden die drei Stangen in die Stangenkanäle geschoben. Die lange Stange in der Mitte ist farblich markiert, also kann man auch nichts verwechseln bei diesem Arbeitsschritt.

Kaum sind die Stangen drin, steht das Zelt eigentlich auch schon: vorne zwei Heringe, Zelt lang ziehen, hinten 2 Heringe, fertig. Danach muss man nur noch die 8 Abspannungspunkte ordentlich fixieren mit Heringen, und schon steht das Zelt sturmsicher und fest.

Praktisch ist, dass man die Schlaufen für die Heringe, die direkt am Zelt angebracht werden (vorne zwei, hinten zwei und dort wo die 3 Stangen den Boden berühren links und rechts vom Zelt), in der Länge verstellen kann. So kann man die Schlaufen nach dem Einschlagen des Herings nochmal festziehen.

Geräumig und praktisch: das Kaitum 2 von Hilleberg gefällt…

Wie geräumig das Kaitum 2 ist, zeigt sich beim Verstauen unserer Rucksäcke. Man zwei Apsiden, eine am Kopf, eine am Fußbereich vom Innenzelt. Über die Apsis an den Füßen steigt man ein ins Zelt und weiter ins Innenzelt – somit muss man nicht immer den Kopfbereich seines Schlafsacks überqueren. Und wenn man etwas aus seinem Rucksack braucht, muss man im Liegen quasi nur die Arme ausstrecken und langt in die „Gepäck“-Apsis am Kopfbereich.

Dank der zwei Eingänge kann man auch einen angenehmen Luftstrom erzeugen, wenn es feucht im Innenzelt wird, oder die Temperatur zu hoch wird im Sommer.

Das Innenzelt ist ebenfalls angenehm breit für zwei Personen und so lang, dass man noch etwas am Kopfende der Matte ablegen kann, ohne in Bedrängnis zu geraten.

Zu jeder Jahreszeit ein angenehmes Zuhause…

Hilleberg Kaitum 2 im Winter
Mit Skiern, Schneeheringen und normalen Heringen verspannt, steht das Hilleberg Kaitum 2 wie eine Eins.

Stellt man das Zelt in Windrichtung auf, ist es trotz der Tunnelkonstruktion sehr windstabil. Die abgeschrägte Form macht das Zelt weniger windanfällig als klassische Tunnelzelte es sind. Laut diversen Testberichten kann es wohl nicht ganz mit dem einen oder anderen Geodäten wie z.B. dem Orion Extreme 3 mithalten.

In der Nacht unseres kleinen Zelttests hat es recht gewindet – von der Seite gegen das Zelt – aber das hat das Kaitum nicht im Geringsten aus der Ruhe gebracht. Hinter einer Schneemauer oder einem Stein aufgebaut sollte dieses Zelt auch für Wintertouren mit stürmischen Verhältnissen verwendbar sein.

Das Außenzelt ist bis zum Boden herunter gezogen ist, selbst bei starkem Wind dringt so kein Schnee ein. Im Winter ist die Konstruktion des Kaitum gut, weil es keine schrägen Wände am Kopf- oder Fußende des Innenzelts hat – so stößt der Daunenschlafsack fast nie gegen das nasse Außenzelt. Das war bei meinem Nallo 2 immer ein Problem, wenn man im Zelt nach hinten gerutscht ist (weil es leicht schief stand zum Beispiel).

Auch im Sommer sollte das Zelt eine gute Figur machen – der Eingang lässt sich über die komplette Breite öffnen (dann fällt eine Apsis weg), es gibt zwei große und gut positionierte Lüfter, das Innenzelt hat auf beiden Seiten über die komplette Stirnseite ein Moskitonetz, das sich zusätzlich mit Stoff schließen lässt (gegen Wind / Schnee etc.). Vier praktische Taschen im Innenzelt und eine Trockenleine im Dachfirst runden das Paket ab.

Würdet ihr es wieder tun? Ja…

Fazit: absolute Kaufempfehlung. Wer ein leichtes Zelt für zwei Personen sucht, das im Sommer wie Winter nutzbar ist, sollte sich das Kaitum 2 genau anschauen. Eine wirklich gute Alternative wäre auch noch das von uns am selben Tag getestete Exped Orion Extreme – etwas schwerer und etwas kleineres Raumkonzept im Innenzelt, dafür selbststehend und etwas sturmstabiler.

Kaufen könnt Ihr das Hilleberg Kaitum 2 bei www.bergfreunde.de. Hier geht es zum Zelt – vergesst nicht, euch das praktische Footprint auch gleich mitzubestellen!

About Daniel Amersdorffer

Daniel wurde 1983 geboren und startete mit 13 Jahren seine erste Radtour über die Alpen. Bis heute empfindet er das größte Glück, wenn er sportlich in der Natur unterwegs ist - auf dem Mountainbike, zu Fuß, mit dem Kajak, mit Skiern (und Pulka), im Zelt oder auf einsamen Gebirgshütten im Fjell. Wind, Schnee und rauhe Landschaften sind für ihn die drei Zutaten für einen gelungenen Urlaub.

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